Schlechte Laune? Schenk‘ dir 15 Minuten Yoga!
Bei schlechter Stimmung macht deine Haltung den Unterschied
Ich bin überzeugt, dass wir allein mit unserer inneren Haltung (also unserem Mindset) ein glücklicheres, erfüllteres Leben erwirken können. Es gibt bereits zahlreiche Studien, die nachweisen, dass ein positives Mindset glücklicher macht.
Dieses Wissen lässt sich wunderbar für akute Stimmungstiefs anwenden.
Eine fünfzehnminütige Praxis, in der du dir die Intention setzt, wieder positiver & ausgeglichener zu fühlen und - das ist der entscheidende Punkt - auch daran glaubst, kann wirklich was bewegen.
Eine Studie1 untersuchte, was passiert, wenn Menschen daran glauben, dass ihre eigene Fähigkeit, glücklich zu sein, veränderbar ist.
Das Ergebnis:
Je stärker jemand davon überzeugt war, dass sich Glück verändern lässt, desto höher waren im Durchschnitt sein Wohlbefinden und seine Zufriedenheit mit seinen Beziehungen.
Ferner führten die Forscher ein Experiment durch. Sie wollten versuchen, bei den Teilnehmern die Vorstellung zu fördern, dass Glück veränderbar ist. Wer stärker davon überzeugt wird, dass Glück veränderbar ist, berichtet anschließend eher höheres Wohlbefinden – und dieses höhere Wohlbefinden geht wiederum mit größerer Zufriedenheit in Beziehungen, bezüglicher der Arbeit und der eigenen Gesundheit einher.
Was wir über unser Glück und unsere eigene Fähigkeit, unsere Stimmung zu beeinflussen, glauben, hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden.
Die richtige Einstellung, gepaart mit passenden Yoga-Übungen, kann dir also helfen, dich bei negativen Gefühlen wieder auf die Spur zu bringen.
Herzöffner: Yoga für mehr Weite und Energie
Herzöffner sind Yoga-Posen, bei denen du die Brust bzw. Körpervorderseite nach vorne dehnst – also dich und dein Herz der Welt öffnest.
Das sind typischerweise alle Rückbeugen: Übungen, bei denen die Wirbelsäule nach hinten, die Körpervorderseite – insbesondere Brust und Bauch – dagegen nach vorne bewegt wird.
Auf Körperebene richten Rückbeugen die Haltung auf, während sie so mental ein Gefühl von Weite, Offenheit und Energie fördern. Und das kann wiederum dazu beitragen, die Stimmung zu heben.
Rückbeugen bringen sowohl auf psychischer als auch auf körperlicher Ebene tolle Effekte mit sich:
Meine drei liebsten Herzöffner sind:
1. Kobra
Die Kobra dehnt die gesamte Körpervorderseite. Den Namen trägt die Pose nicht von ungefähr: Wie auch eine Kobra ihren Kopf anmutig empor reckt, hebt man selbst auch seinen Kopf stolz und mutig in die Welt.
Dieses Bild kannst du bewusst nutzen, wenn du die Kobra ausführst. Es kann dich bei der Entwicklung von Präsenz und dem Spüren deiner eigenen Haltung unterstützen.
2. Halbmondförmiger Ausfallschritt
Nun eine Übung, die gleichzeitig Brust, Arme, Hüften und Oberschenkel dehnt: der halbmondförmige Ausfallschritt.
Diese aufgerichtete Yoga-Pose hilft dir für deine „innere Aufrichtung“ und sorgt so für mehr Lebensfreude.
3. Die Brücke
Als letztes eine Pose, die in Rückenlage ausgeführt wird. Bei der Brücke wird neben deiner Körpervorderseite auch dein Hüftbeuger ( = wichtige Muskelgruppe, die an der Wirbelsäule auf Bauchraumhöhe entspringt und am Oberschenkelknochen endet) gedehnt.
So wird die Brust gestreckt, positive Gefühle können leichter „eintreten“ bei gleichzeitiger Stärkung der Beine.
Wenn Körper und Geist zusammenspielen
Yoga verbindet Atmung mit Bewegung.
In Kombination mit Aufmerksamkeit können wir so gezielt vom Kopf in den Körper kommen und unseren „Autopiloten“ verlassen.
Nach dem Konzept der Embodied Cognition beeinflusst unser körperlicher Zustand, also zum Beispiel unsere Haltung, auch unser emotionales Erleben. Oder anders ausgedrückt: Emotionen entstehen nicht ausschließlich „im Kopf“, sondern werden auch durch körperliche Zustände beeinflusst.
Aufgerichtete Körperhaltungen, wie wir sie bei Rückbeugen einnehmen, verbinden wir eher mit Selbstbewusstsein, Weite und Aufgeschlossenheit.
Gepaart mit einer positiven inneren Haltung können wir so gezielt unsere Stimmung beeinflussen.
Ich denke, dafür eignen sich folgende drei Schritte:
1. Dem Ankommen & Setzen einer Intention – ich nenne es die Aktivierung des „Good-Mood-Modus“ .
2. Die Yoga-Praxis mit den Herzöffnern, in der du dich an deine Glückshaltung erinnerst.
3. Dem Nachspüren & Ausklingen.
Diese drei Schritte ergeben deine Good-Mood-Praxis.
Aufbau einer „Good-Mood“-Yogapraxis
I - Ankommen & Aktivierung des „Good-Mood-Modus”
Dieser erste Part ist wichtig.
Für mich ist es eigentlich der wichtigste Part der gesamten Yoga-Einheit und bestimmt maßgebend deren Verlauf und Ausgang.
Starte deine Praxis bei geschlossenen Augen mit einem kurzen Nachspüren und Zulassen der negativen Gefühle.
Stelle dir bspw. folgende Fragen:
Nun lächle und lege deine Hände auf dein Herz. Lass dabei die Augen geschlossen.
Erinnere dich daran, wie sich Glück anfühlt.
Du weißt, wie sich Glück anfühlt und dass du Glück empfinden kannst.
Setze dir zudem deine Glücksintention:
II - Yoga-Flow
Starte nun deinen kurzen, aber effektiven Yoga-Flow, in dem du gezielt Herzöffner einbaust.
Bei gerade mal 15 Minuten verfügbarer Gesamtzeit, kombiniere am Besten Sonnengrüße mit ausgewählten Posen, in diesem Fall der Kobra, dem halbmondförmigen Ausfallschritt und der Brücke
III - Nachspüren & Ausklang
Beende deine Praxis in deiner Lieblingsposition – im Sitzen, Stehen oder Liegen.
Lächle erneut. Wiederhole deine Intention, gerne mit lauter Stimme. Verneige dich vor dir selbst und bedanke dich.
Wie fühlst du dich nun?
Fall 1:
Du fühlst dich besser?
Yeahy, Ziel erreicht 😉
Dann bedanke dich bei dir selbst.
Trage dieses Glücksgefühl nun bewusst weiter in deinen Alltag. Halte es fest.
Fall 2:
Wenn du keinen oder kaum einen Unterschied merkst, bedanke dich erst recht bei dir selbst. Du hast dir dennoch Zeit für dich selbst genommen!
Es ist okay, wenn du dich nicht besser fühlst.
So oder so:
Du hast deinem Körper etwas Gutes getan, weswegen du allein schon glücklich sein kannst 😉
Dein Körper wird es dir danken!
15 Minuten für Dich:
Ein beispielhafter „Good-Mood-Flow“
Falls du Inspiration für eine kurze Yoga-Praxis brauchst, findest du hier meinen simplen, praktischen Yoga-Flow, der auf ca. 15 Minuten ausgelegt ist.
I - Ankommen & Aktivierung des „Good-Mood-Modus”
Mit dieser Intention startest du nun in deinen Flow.
[2-3 Minuten]
II - Yoga-Flow
[ca. 10 Minuten]
III - Ausklang & Nachspüren
[2-3 Min.]
Fazit: 15 Minuten für dich
Manchmal braucht es gar nicht viel, um wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit in den Alltag zu bringen. 15 Minuten bewusste Yoga-Praxis können bereits ein kleiner Stimmungsbooster sein.
Dabei kommt es nicht nur auf die Übungen an. Auch deine innere Haltung spielt eine Rolle: setze dir die Intention, dich wieder besser zu fühlen. Und glaube auch daran, dass du dich wieder besser fühlen wirst.
Letzteres ist der Knackpunkt: es macht einen riesen Unterschied, ob du etwas nur sagst/denkst, oder wirklich daran glaubst oder zumindest glauben willst.
Bei schlechter Stimmung arbeite somit gezielt an deiner inneren Haltung und baue Herzöffner mit ein. Denn diese wirken als belebend, glücksfördernd und entspannend zugleich.
Meine liebsten Herzöffner für den Alltag sind:
Du kannst sie einzeln in deine bestehende Routine einbauen oder meinen 15-Minuten-Flow als Inspiration nutzen.
Und wenn du dich danach immer noch traurig fühlst?
Dann ist das auch okay.
Entscheidend ist: Du hast dir 15 Minuten Zeit genommen, deinen Körper wahrzunehmen und bewusst bei dir einzuchecken.
Und manchmal ist genau das schon der kleine Unterschied, den wir brauchen.
Viel Spaß auf der Matte!