Grenzen setzen
Fokussieren

Grenzen setzen: 5 Tipps, um deine Energie und Zeit zu schützen

Grenzen setzen fällt vielen schwer. Manchmal merkt man erst, dass eine Grenze verletzt wurde, nachdem sie überschritten wurde. Mit Übung, Reflexion und Selbstarbeit kann man jedoch lernen, gesund Grenzen zu setzen. In diesem Beitrag werden 5 Tipps vorgestellt, wie man das Grenzen setzen lernen kann.


Das Gefühl, über die eigenen Grenzen zu gehen, ist frustierend, dreprimierend und hinterlässt einen mit einem unguten Gefühl. Auch erhöt das Missachten eigener und fremder Grenzen das Konfliktpotential.

Um diese negativen Gefühle zu umgehen, ist das Grenzen setzen eine wichtige soziale Fähigkeit. Jedoch will diese geübt sein.


In diesem Artikel lernst du 5 Tipps kennen, die dir dabei helfen, herauszufinden, wo deine Grenzen liegen und wie du sie besser setzen kannst.


Bevor die Tipps vorgestellt werden, wird kurz auf die Grundlagen eingegangen:

  • Warum es wichtig ist, Grenzen zu setzen und
  • warum es oft schwer fällt, Grenzen zu setzen.


Du möchtest direkt zu den Tipps?
Kein Problem, klicke hier.


Warum ist Grenzen setzen wichtig?

Dazu möchte ich dir zwei inspirierende Gedanken mitgeben, die ich dem Buch „Essentialismus“ von Greg McKewon entnommen habe:


Grenzen setzen für ein gutes Miteinander

Grenzen setzen und ein „Nein“ an der richtigen Stelle ist entscheidend für ein gutes soziales Miteinander. Denn klare Grenzen sorgen für Klarheit und helfen dir gleichzeitig, den Respekt deiner Mitmenschen zu gewinnen.

Zudem, schreibt McKewon, ist niemandem geholfen, wenn du durch dein ungewolltes „Ja“ deinem Gegenüber seine Probleme abnimmst. Wenn du die Probleme deines beispielweise Kollegens oder deiner Partnerin löst, wie soll er oder sie wichtige Fähigkeiten zum selbstbestimmten Problemlösen erlernen?

Mache daher also die Probleme Anderer nicht zu deinen eigenen!


Sich befreit fühlen durch klare Grenzen

Wenn du selbstbestimmt deine Grenzen setzt, wird es kein anderer für dich tun. Zusätzlich kannst du dich, aber auch andere, in dem von dir abgesteckten Bereich frei bewegen. Auch musst du keine Gedanken mehr daran verschwenden, wo deine Grenzen liegen oder wie du sie verteidigen kannst / musst.

McKeown beschreibt das anschaulich an folgendem Beispiel:

Stell dir eine Schule vor, die an einer verkehrsreichen Straße liegt. Zunächst spielten die Kinder deswegen nur auf einem schmalen Streifen des Pausenhofs direkt an der Schule, wo die älteren Schüler auf die Kinder Acht geben konnten. Aber dann wurde ein Zaun um den Pausenhof errichtet. So konnten sich die Kinder frei in diesem abgesteckten Bereich bewegen und die älteren Kinder mussten ihre Zeit nicht mehr mit Aufsicht halten verbringen. Die Freiheit der großen und kleinen Kinder hat sich verdoppelt.


Die älteren Schüler*innen müssen dank des Zaunes (= Grenzen) keine Energie mehr dafür aufbringen, die Verantwortung als Aufsichtspersonen zu übernehmen.
Die jüngeren Schüler*innen sind keinen Gefahren mehr wegen des Verkehrs ausgesetzt.

Beide Parteien haben dank klarer Grenzen Zeit, Energie und Sicherheit gewonnen.


Warum ist Grenzen setzen so schwer?

Ein gutes Miteinander und Gruppenzugehörigkeit ist uns naturgegeben wichtig.

Ganz, ganz früher war es sogar überlebenswichtig. Man durfte icht riskieren, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Sonst stand das eigene Leben auf dem Spiel.

Folgende drei Aspekte stehen naturgegeben dem Grenzen setzen im Weg:


1. Harmoniebedürfnis

Wir alle haben den Wunsch nach Harmonie und einem guten Miteinander. Man will die Stimmung nicht kaputt machen oder vermeiden, dass sich jemand wegen uns schlecht fühlt.


2. Angst vor Ablehnung

Viele sagen ja, um zu vermeiden, dass sie abgelehnt werden. Denn der Wunsch gemocht zu werden, ist ganz natürlich.


3. Konfliktscheue

Die Angst vor Streitereien ist oft stärker als das Bedürfnis, die eigenen Grenzen zu schützen. Dabei sind es nicht klare Grenzen, die zu Streit führen – sondern wiederholte Grenzüberschreitungen, die das Konfliktpotential begünstigen.


Ein zu starkes Harmoniebedürfnis, gepaart mit der Angst vor Ablehnung und Konfliktscheue führen oft dazu, dass man eher seine eigenen Grenzen ignoriert und seine Bedürfnisse missachtet, anstatt selbstbewusst „nein“ zu sagen.


Wie kann man aber das Grenzen setzen üben? Wie kann es gelingen?

Hier kommen 5 Tipps zum Grenzen setzen:


5 Tipps zum Grenzen setzen


1. Werde dir deiner Bedürfnisse und Werte bewusst

Damit du gesund Grenzen setzen kannst, musst du überhaupt erstmal wissen, wo deine Grenzen liegen. Dazu hilft es, sich folgende Gedanken zu machen:

  • Was ist mir wichtig?
  • Was möchte ich, und was nicht?
  • Wann fühle ich mich …?
  • Was sind meine Ziele,
    • wie erreiche ich diese und
    • was hindert mich, sie zu erreichen?

Bist du dir darüber erstmal im Klaren, kannst du so deine eigenen K.O.-Kriterien ermitteln und weißt besser, wo deine eigenen Grnezen liegen.


2. Überlege dir Kompromisse

Kompromisse helfen dabei, Harmonie zu wahren und seine Mitmenschen nicht (völlig) vor den Kopf zu stoßen.

Überlege dir im Vorfeld folgendes:

Du bist zwar nicht für X bereit – aber könntest du stattdessen Y tun?


3. Trenne dein „Nein“ von der Beziehung

Wenn du einen Vorschlag oder eine Bitte einer Person ausschlägst, mache dir bewusst:

Du sagst nein zu der Sache, NICHT zu der Person.

Diese Erkenntnis hilft dabei, die Situation objektiv zu betrachten und den „Wind aus den Segeln zu nehmen.“

Zudem macht der Ton die Musik: Es macht einen Unterschied, ob du die Ablehnung einer Sache ruhig vorträgst, oder sie gereizt, ängstlich, entschuldigend vorträgst. Du hast die Wahl!


4. Stelle soziale Verträge auf

Ein sozialer Vertrag mit deinem Partner, Kollegen oder Freund hilft dabei, im Vorfeld gemeinsam abzustecken, wie man miteinander leben/umgehen/arbeiten möchte. Diese Zeitinvestition im Vorfeld hilft dabei, nachträgliche Spannungen zu vermeiden.


5. Gewöhne dir ab, voreilig „Ja“ zu sagen

Oft steckt man in der Patsche, weil man unüberlegt und aus der Situation heraus etwas zugestimmt hat. Wie wäre es, wenn du dir angewöhnst, statt mit einem Ja wie folgt zu antworten?

Das klingt gut! Aber lass mich zu Hause nochmal in meinem Kalender schauen / mit XY absprechen. Ich gebe dir nochmal Bescheid

Habe Mut zum selbstbestimmten „Jein“!


Fazit

Gesundes Grenzen setzen fällt schwer. Die Hauptgründe hierfür liegen meiner Meinung nach in einem (zu) ausgesprägten Harmoniebedürfnis, der Angst vor Ablehung und in Konfliktscheue.

Dabei ist Grenzen setzen wichtig: für dich selbst und ein gutes Miteinander. Klare Grenzen sorgen für Klarheit und für Respekt deiner Person. Außerdem können Grenzen befreiend wirken, weil man nicht ständig überlegen muss, wo sie liegen oder Kraft aufwenden muss, um sie zu verteidigen.

Damit das Grenzen setzen leichter fällt, helfen …

  • das Kennen seiner eigenen Bedrüfnisse und Werte,
  • Kompromisse,
  • das Einnehmen einer objektiven Perspektive,
  • Soziale Verträge und ggf.
  • ein „Jein“ anstelle eines vorschnellen „Ja“

Ich hoffe, der Beitrag hat dich inspiriert und dir geholfen!

Clarissa